Psychoanalytische Supervision von Teams und Gruppen

Psychoanalytische Supervision von Teams und Gruppen

Psychoanalytische Supervision berücksichtigt neben den offenen, bewussten und ausgesprochenen Fakten auch unbewusste, handlungsleitende Aspekte des Teamprozesses. Diese wirken sich gerade in Belastungssituationen und Krisen aus, und erschweren die Umsetzung gemeinsamer Arbeitsaufträge, und beeinträchtigen die Effektivität der Teamarbeit sowie die Arbeitszufriedenheit der Beteiligten.

Auswirkungen unbewusster Phänomene sind zum Beispiel, wenn ein Team trotz klarer Arbeitsfeldbeschreibungen immer wieder in Konflikt mit anderen Gruppen der gleichen Organisation gerät. Oder aber, wenn ein Team trotz hoher Kompetenz der beteiligten Mitarbeiter nicht die zu erwartende Qualität seiner Arbeit erzielt.

Das besondere Problem unbewusster Gruppenphänomene besteht darin, dass sie zwar hoch wirksam sind, sich jedoch meistens einer gezielten, bewussten Problemidentifikation entziehen. Sie bilden besonders hartnäckige Hemmnisse in der Teamentwicklung, erschweren die Kommunikation der Teammitglieder untereinander, aber auch des Teams gegenüber der Organisation, und beeinträchtigen besonders nachhaltig das Arbeitsergebnis. Darüber hinaus tragen unbewusste Teamprozesse zu einem hohen Krankenstand der einzelnen Mitarbeiter und zu einer hohen Mitarbeiter-Fluktuation bei.

Die Aufmerksamkeit des psychoanalytischen Supervisors gilt demzufolge insbesondere den Auswirkungen der unbewussten Teamdynamik. Diese lässt sich in den Supervisionssitzungen vor allem anhand von Brüchen in der Kommunikation des Teams (z.B. Aussparung wichtiger Themen, Stimmungsveränderungen im Gesprächsverlauf, aber auch szenischen Informationen im Gruppengeschehen) identifizieren.
Besondere Phänomene des Gruppenprozesses (z.B. inoffizielle Führungspositionen, unausgesprochene bzw. indirekt mitgeteilte Grundannahmen des Teams) geben wichtige Hinweise auf unbewusste Anteile von Teamkonflikten. Aber auch der Umgang mit “schwierigen Fällen” im Aufgabenfeld des Teams kann zur Interpretation unbewusster Gruppendynamik genutzt werden.

Der Supervisor stellt seine Beobachtungen und Wahrnehmungen dem Team zur Verfügung, und initiiert damit einen Veränderungsprozess, durch den unbewusste Anteile der Teamarbeit gemeinsam erkannt und bearbeitet werden. Eine Lösung von arbeitsbezogenen Konflikten und Problemen gelingt auf diese Weise besonders nachhaltig, da nicht nur oberflächliche, offensichtliche Problemfelder, sondern auch deren unterschwellig wirksame Ursachen einbezogen werden.