Als Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung können Sie die Übernahme der Kosten für eine Psychotherapie beantragen. Die kassenärztliche Psychotherapie wird von Vertragsärzten bzw. psychologischen Vertrags-Psychotherapeuten übernommen.

In diesem Beitrag beschreibe ich, welche Möglichkeiten der Kostenübernahme es gibt, und wie diese Übernahme gesetzlich geregelt ist.

Was regeln die Psychotherapie-Richtlinien?

Für die Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenversicherungen wurden Richtlinien entwickelt.

Diese Richtlinien legen fest, dass die Kosten nur für eine tiefenpsychologisch-fundierte Psychotherapie, eine analytische Psychotherapie und eine Verhaltenstherapie übernommen werden.

Wenn Sie bereits in psychotherapeutischer Behandlung waren, erhalten Sie mitunter die Auskunft, dass Sie warten müssen, bis 2 Jahre verstrichen sind, bevor Sie erneut einen Antrag stellen dürfen.

Das ist FALSCH. Ein erneuter Antrag innerhalb dieser Zeit wird seitens der Krankenkasse lediglich über ein sogenanntes Gutachterverfahren bearbeitet – was jedoch zum Beispiel bei einem Antrag auf eine 50stündige, sogenannte Langzeittherapie in jedem Fall gilt.

Der Antrag auf Kostenübernahme für eine kassenärztliche Psychotherapie

Nach einigen probatorischen Sitzungen, in denen Sie und ihr Psychotherapeut sich einen Eindruck vom Hintergrund ihrer Beschwerden machen konnten und eine psychotherapeutische Behandlung vereinbart haben, wird Ihnen Ihr Psychotherapeut ein Antragsformular zur Kostenübernahme durch Ihre Krankenversicherung vorlegen.

Ihren Antrag wird er zusammen mit einem anonymisierten Bericht für einen Gutachter an die Krankenversicherung weiterleiten.

Diesen Bericht bekommt nur der Gutachter zu lesen.

Der Gutachter ist ein erfahrener Psychologischer oder Ärztlicher Psychotherapeut/Psychoanalytiker. Er gibt gegenüber Ihrer Krankenversicherung eine Stellungnahme darüber ab, ob aus seiner Sicht die Behandlung sinnvoll und Erfolg versprechend ist, und empfiehlt in diesem Fall die Kostenübernahme seitens der Krankenkasse.

Nach einigen Wochen wird Ihre Krankenversicherung Sie über die Kostenübernahme informieren.

Wie lange dauert eine Psychotherapie? Wie oft finden Behandlungssitzungen statt?

Bei einer tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapie, kann eine Kurzzeittherapie mit maximal 25 Behandlungsstunden oder eine Langzeittherapie mit maximal 100 Stunden beantragt werden.

Beide Behandlungsverfahren werden in der Regel mit einer Wochenstunde durchgeführt. Vorübergehend kann die Zahl der Behandlungsstunden auf 2 Stunden pro Woche erhöht werden. Eine Kurzzeitpsychotherapie dauert so ca. ein 3/4 Jahr, eine Langzeittherapie ca. 1 1/2 Jahre bis zu drei Jahren.

Für eine analytische Psychotherapie stehen im ersten Antragsschritt 80-160 Stunden zur Verfügung. Maximal übernimmt die Krankenkasse die Kosten für bis zu 300 Stunden.

Da die Stundenfrequenz bei der analytischen Psychotherapie von 2-4h pro Woche reicht, umfasst die gesamte (von der Krankenversicherung finanzierte) Therapie somit einen Zeitraum von ca. einem Jahr bis ca. 3 1/2 Jahre – je nach Wochenstundenzahl.

Für beide Therapieformen wird die Dauer der Behandlung sowie die Zahl der Wochenstunden im Gespräch zwischen Ihnen als PatientIn und ihrem Psychotherapeuten individuell auf die Erfordernisse im Einzelfall abgestimmt. Diese Entscheidung richtet sich nach Ihrer Erkrankung, der Zielsetzung Ihrer Behandlung und Ihren persönlichen/zeitlichen Möglichkeiten.

Wenn Sie sich für eine tiefenpsychologisch fundierte oder analytische Psychotherapie interessieren, oder aber eine Beratung in Form eines Erstgesprächs wünschen, das über Ihre Krankenversicherung finanziert werden kann, erreichen Sie mich telefonisch in meiner Praxis (meine Telefonnummer finden Sie im Impressum), Sie können mir jedoch auch über die Kontakt-Seite eine Email schicken.